Myopie (Kurzsichtigkeit)


Bei der Kurzsichtigkeit ist die Gesamtbrechkraft des Auges zu hoch, nur naheliegende Gegenstände werden scharf abgebildet.
Da das menschliche Auge durch Akkommodation die Brechkraft nur verstärken, nicht aber verringern kann, ist ein Ausgleich der Myopie durch Akkommodation nicht möglich. Weit entfernte Gegenstände sieht der Myope unscharf. Näher gelegene Gegenstände kann er auch ohne Akkommodation scharf sehen. Als "Fernpunkt" bezeichnet man diejenige Stelle, an der bei einer bestimmten Myopie und bei nicht akkommodiertem Auge ein Gegenstand scharf gesehen wird. Er errechnet sich aus dem Kehrwert der Refraktion.

Beispiel: Bei einer Myopie von 2,5 Dioptrien werden Gegenstände in 40 cm (1/2,5 dpt = 0,4 m) scharf gesehen. Noch näher gelegene Gegenstände können durch Akkommodation ebenfalls scharf gesehen werden.

Beim Normalsichtigen (a) wird das Bild auf der Netzhaut entworfen. Beim Kurzsichtigen (b) ist das Auge relativ zu lang.
Der Brennpunkt liegt dann vor der Netzhaut. Dadurch erfolgt bei entfernten Objekten keine scharfe Abbildung.


Ursachen der Myopie


Achsenmyopie
(meistens)
zu langer Augapfel (normales Auge ca. 24 mm, bei Achsenmyopie oft 25-28 mm. Faustregel: Änderung der Länge um 1 mm ändert die Refraktion um 3 Dioptrien)

Brechungsmyopie (seltener)
zu starke Hornhautverkrümmung (z.B. beim Keratokonus) oder eine verstärkte Brechkraft der Linse (z.B. Kernkatarakt im Alter)

Durch mehrere wissenschaftliche Studien ist bewiesen, dass die Kurzsichtigkeit bei Kindern und Jugendlichen in Industrienationen deutlich häufiger ist, als in Entwicklungsländern. Es gilt als wahrscheinlich, dass hieran die viel stärkere Beschäftigung unserer Kinder mit Objekten in der Nähe eine Ursache darstellt, obwohl der wissenschaftliche Nachweis für diese Behauptung schwierig ist. Zur Nahbeschäftigung gehört neben Bilderbüchern und kleinformatigen Spielen auch der Umgang von Kindern mit dem Computer.
Es muss jedoch betont werden, dass es sich hierbei nur um statistisch wahrscheinliche Zusammenhänge handelt. Am Auftreten der Kurzsichtigkeit sind zwei verschiedene Faktoren beteiligt, die nicht voneinander getrennt werden können. Neben der erwähnten Umweltkomponente gibt es eine genetische Komponente, deren Ausmaß im Einzelfall nicht bestimmt werden kann. Kinder zweier kurzsichtiger Eltern haben von Anfang an größere Augäpfel.

Die Wahrscheinlichkeit, kurzsichtig zu werden, ist signifikant größer als bei normalsichtigen Eltern.