Das Herabhängen des Oberlids nennt man Ptosis. Bei Kindern ist die Ptosis meist angeboren (kongenitale Ptosis). Ursache ist in diesen Fällen eine Störung des Hirnnerven (Aplasie des Okulomotoriuskernabschnitts), der den Lidheber (Musculus levator palpebrae) innerviert. Als Folge der fehlenden Innervation ist auch der Levatormuskel (= Lidheber) unterentwickelt. Zuweilen kommt eine kongenitale Ptosis mit Fehlinnervation vor: Bei Kaubewegungen hebt sich das herabhängende Oberlid (Marcus-Gunn-Phänomen).
Der obere Hornhautrand wird in der Regel um 2 mm vom Oberlid bedeckt (bei Geradeausblick). Hängt ein Lid weiter herunter und wird dadurch die Pupille verdeckt, kommt es häufig zu einer Amblyopie (Sehschärfenminderung), die während der Entwicklungszeit (sensitive Phase) aber im allgemeinen gut behandelt werden kann.
