1. Kontaktlinsen – mehr als nur eine Alternative
zur Brille und zur Laseroperation (LASIK)
Kontaktlinsen sind kleine, auf der Tränenflüssigkeit schwimmende
Kunststoffschalen, die eine Fehlsichtigkeit korrigieren. Sie
lassen, wie Brillengläser, auf der Netzhaut ein scharfes Bild
entstehen. Während Brillen alle Gegenstände stark vergrößern
bzw. verkleinern, sind diese Effekte bei Kontaktlinsen wesentlich
geringer ausgeprägt.
Vorteile der Kontaktlinsen:
Es gibt viele verschiedene Arten von Kontaktlinsen:
Ab 1950 wurden aus Plexiglas „harte Kontaktlinsen“ industriell
gefertigt, die nur einen Teil der Hornhaut bedeckten. Sie stellten
einen großen Fortschritt gegenüber den bis dahin angepassten,
viel größeren Sklerallinsen dar. Diese kleinen, harten Linsen
waren gut verträglich, wegen ihrer Härte unempfindlich gegen
Kratzer und konnten nach Eingewöhnung den ganzen Tag getragen
werden.

Abb. 1: Kontaktlinse
Ab 1980 wurden flexible, für Sauerstoff besser durchlässige formstabile
Linsen entwickelt. Ihr etwas weicheres Material ist zwar nicht
ganz so unempfindlich und langlebig wie das der früheren harten
Linsen, es verschafft aber ein besseres Tragegefühl vom ersten Augenblick an. Wegen seiner hohen Gasdurchlässigkeit ist dieses
Material heute die erste Wahl bei der Neuanpassung von formstabilen
Kontaktlinsen. Diese sind meist auf Dauer sehr gut verträglich,
auch wenn die Eingewöhnungsphase etwas länger dauert:
• Weil sie eine hervorragende Sauerstoffdurchlässigkeit aufweisen.
• Weil sie auf Grund ihres kleinen Durchmessers nur einen Teil der
Hornhaut bedecken, dadurch einen sehr guten Tränenaustausch
ermöglichen und das Infektionsrisiko verringern.
Kleine bis mittlere Hornhautverkrümmungen (Astigmatismus)
können bei diesem Linsentyp sogar mit Standardlinsen ohne
zusätzlichen Aufwand ausgeglichen werden.
Anfang der 70er Jahre wurden die flexiblen (weichen) Kontaktlinsen
entwickelt. Sie passen sich elastisch der Hornhautform an.
Dadurch empfindet man von vornherein kaum ein Fremdkörpergefühl.
Insbesondere sehr dünne, weiche Kontaktlinsen sind
spontan und fast ohne Eingewöhnungszeit verträglich.
Konventionelle flexible Kontaktlinsen
Dieser Linsentyp sollte spätestens nach der empfohlenen Tragezeit
ausgetauscht werden, in der Regel nach einem Jahr. Die Kontaktlinsen-
Hygieneschritte müssen konsequent und sorgfältig befolgt
werden – inklusive Oberflächenreinigung und Proteinentfernung.
Kontaktlinsen zum regelmäßigen Austausch
• Eintageslinsen
Diese sind so beschaffen, dass sie nur einmal zu verwenden sind.
Sie haben den Vorteil, dass sie keine gesonderten Desinfektionsund
Hygienemaßnahmen erfordern. Daher sind sie z.B. bei
Urlaubsreisen die idealen Begleiter. Auch für Wassersport wie
Schwimmen sind sie gut geeignet. Händewaschen vor dem Einund
Absetzen gehört selbstverständlich auch bei diesen Linsen zu
den unverzichtbaren Hygienemaßnahmen.
• Austausch-Kontaktlinsen, Austausch-Systeme
Darunter versteht man alle Linsen, die nach einer vom Hersteller
angegebenen Zeit ausgetauscht werden müssen. Der häufigste
Tragezyklus ist 30 Tage, d. h. nach 30 Tagen werden neue, ungebrauchte
Linse eingesetzt.
Bei diesen Austausch-Linsen sind je nach Typ kürzere und längere
Austauschperioden von 14 Tagen, drei oder sechs Monaten einzuhalten.
Austausch-Kontaktlinsen müssen genau so behandelt
werden wie jede andere konventionelle weiche Kontaktlinse: reinigen,
desinfizieren und mit unkonservierter Kochsalzlösung abspülen.
Ihr Vorteil ist, dass die Linsen während der kurzen Tragezeiten
nicht so viele Ablagerungen aufnehmen können, sodass
meist keine Proteinreinigung erforderlich ist und sie besser vertragen
werden. Bei Neigung zu Ablagerungen auf den Linsen, einem
möglichen Linsenverlust oder bei Änderung der Sehschärfe und
damit der erforderlichen Linsenstärke innerhalb kurzer Zeit entstehen
meist geringere Kosten als bei konventionellen weichen
Linsen.
• Speziallinsen
Zur Korrektur der unterschiedlichen Formen von Fehlsichtigkeit
stehen dem Augenarzt sowohl bei den formstabilen als auch bei
den flexiblen Linsen auch Speziallinsen zur Verfügung. Er ist der
kompetente Berater z.B. auch bei Keratokonus (einer krankhaften
Vorwölbung und Verdünnung der Hornhaut) oder bei hohem Astigmatismus
(Hornhautverkrümmung). Die weiche Standardlinse
passt sich auch einer unregelmäßigen Hornhaut an und liefert
deshalb bei hohem Astigmatismus ein unscharfes Bild. In diesen
Fällen werden daher eher formstabile Kontaktlinsen angepasst.
Astigmatismus kann in geeigneten Fällen auch durch torische
flexible Linsen ausgeglichen werden.
Der Augenarzt prüft bei seiner Voruntersuchung, ob alle Grundvoraussetzungen
für das Linsentragen erfüllt sind und gibt
Empfehlungen zum geeigneten Linsentyp.
Wenn somit sichergestellt ist, dass keine Risiken oder krankhafte
Veränderungen der Augen vorliegen, steht einer individuellen
Anpassung nichts mehr im Wege.
Aus dem großen Angebot an verschiedenen Linsentypen und
Materialien verfügt der Augenarzt neben Speziallinsen auch über
Linsen, die für trockene und empfindliche Augen verträglich sind.
Hierbei haben sich hochgasdurchlässige, formstabile Linsenmaterialien
sowie weiche Silikonhydrogele in den meisten Fällen
als die am besten geeigneten Kontaktlinsenmaterialien erwiesen.
Linsen aus diesen Materialien zeichnen sich durch eine hohe
Sauerstoffdurchlässigkeit und durch besonders gute Verträglichkeit
aus.
Bei jeder Kontaktlinse ist eine Eingewöhnung erforderlich. Ob dazu
ein paar Stunden oder ein paar Wochen gebraucht werden,
hängt von der Empfindlichkeit des Trägers ab und vor allem von
der Art der Kontaktlinse.
Die meisten Patienten sind deshalb erstaunt, wie wenig sie
spüren, wenn ihr Augenarzt ihnen zum ersten Mal Kontaktlinsen
aufsetzt – besonders, wenn es sich um flexible Linsen handelt.
Sie werden sehr schnell als angenehm empfunden. Was bei formstabilen
Kontaktlinsen anfangs etwas stört, ist das ungewohnte
Gefühl beim Lidschlag. Sobald die Eingewöhnung abgeschlossen
ist – in der Regel nach ein bis zwei Wochen, in Einzelfällen auch
einmal nach 4 Wochen – sind diese ersten Begleiterscheinungen
verschwunden.
Mit der empfindlichen Hornhaut kommen exakt angepasste
Kontaktlinsen nicht in Berührung, denn sie schwimmen auf dem
Tränenfilm. Die Linsen haften durch Adhäsion und können
deshalb nicht so leicht verloren gehen. Schnell zur Gewohnheit
wird auch das Auf- und Absetzen der Kontaktlinsen. Es wird unter
Anleitung in der Praxis des Augenarztes ebenso erlernt wie die
Kontaktlinsenhygiene. Die neuen Linsen werden erst mitgegeben,
wenn der Träger mit deren Handhabung vertraut ist.
Es ist wichtig, dass beim Tragen von Kontaktlinsen keine Beschwerden
auftreten. Das Wohlfühlen mit Kontaktlinsen darf jedoch
nicht allein Gradmesser für die Tragedauer der Linsen sein.
Gerade beim Tragen flexibler Linsen kann es durchaus zu behandlungsbedürftigen
Augenveränderungen kommen, ehe man
sie selbst bemerkt. Die vom Augenarzt vorgeschlagenen Kontrolltermine
sollten deshalb wahrgenommen und die empfohlenen
Tragezeiten nicht überschritten werden.
Formstabile sauerstoffdurchlässige und flexible Kontaktlinsen
können bereits nach kurzer Zeit mehrere Stunden am Tag
getragen werden. Den individuellen Eintrageplan über die ersten
Tage und Wochen und die Kontrolltermine wird der Augenarzt mit
Ihnen festlegen.
Für die Verträglichkeit von Kontaktlinsen gibt es keine allgemein
gültigen Regeln. Wenn die Voraussetzungen gegeben sind,
können bestimmte höchstgasdurchlässige formstabile und flexible
Linsen sogar bis zu 30 Tagen permanent getragen werden.
Dieses verlängerte Tragen (vT) ist jedoch nur auf Empfehlung und
unter Kontrolle Ihres Augenarztes gestattet.
Treten während des Kontaktlinsentragens Rötung oder Schmerz
am Auge auf, so ist dies als Warnzeichen zu werten. Das Gleiche
gilt für jede Änderung der Sehschärfe. Die Kontaktlinsen dürfen
dann nicht weiter getragen werden. In jedem Fall ist umgehend
ein Augenarzt aufzusuchen. Er kann beurteilen, worauf die Irritation
zurückzuführen ist und wie die Beschwerden zu beheben
sind.
Eine sorgfältige Hygiene ist die Grundvoraussetzung dafür, dass
langfristig die Vorteilen der wertvollen Kontaktlinsen genutzt werden
können und gleichzeitig Sicherheit besteht, dass die Augen
keinen Schaden nehmen.
Für eine komplette Kontaktlinsenhygiene sind die folgenden fünf
Schritte zu beachten:
• Reinigung
Bei der Reinigung wird die Kontaktlinse auf die Innenfläche der
gewaschenen Hand gelegt und mit einigen Tropfen Reinigungslösung
ca. 20 Sekunden mit dem kleinen Finger abgerieben.
Dadurch werden Beläge wie Fette oder fettähnliche Substanzen,
die vom Tränenfilm, vom Augen-Make-up oder aus der Umwelt
stammen, entfernt. Die Reinigungslösung muss danach abgespült
werden.
• Desinfektion
Bei der Desinfektion werden die Kontaktlinsen über einen in der
jeweiligen Bedienungsanleitung definierten Zeitraum in einer geeigneten
Lösung gelagert. Dabei werden krankheitserregende
Mikroorganismen (z.B. Bakterien, Viren und Pilze) abgetötet.
Damit wird Infektionen vorgebeugt.
• Aufbewahrung
Sie ist als wichtiger Hygieneschritt anzusehen. Der Augenarzt
empfiehlt eine geeignete Aufbewahrungslösung. Werden die Linsen
nicht täglich getragen, sollte eine Aufbewahrungslösung mit
Konservierungsstoffen verwendet werden. Der Wirkstoff verhindert,
dass sich in der Lösung schädliche Mikroorganismen vermehren.
Bei täglichem Tragen ist meist eine konservierungsstofffreie
Kontaktlinsenhygiene vorzuziehen, auch bei Menschen mit
Allergieneigung oder bekannten Allergien.
• Proteinentfernung
Der Tränenfilm enthält Eiweiße, die wichtige Schutzfunktionen
ausüben. Leider gelangen diese auch auf die Kontaktlinsen,
wodurch diese Kontaktlinsen weniger sauerstoffdurchlässig und
schlechter verträglich werden. Deshalb gibt es speziell auf die
Pflegesysteme abgestimmte Tabs (Proteinentfernungstabletten),
die meist einmal wöchentlich angewendet werden, um
Eiweißrückstände von den Kontaktlinsen zu entfernen und neuen
Ablagerungen vorzubeugen.

Abb. 2: Manuelle Oberflächenreinigung
• Abspülen und Benetzen
Das Abspülen der Kontaktlinsen nach dem Tragen entfernt schon
weitgehend lockere Ablagerungen von der Kontaktlinsenoberfläche.
Vor dem Einsetzen sollen mit einer unkonservierten sterilen Kochsalzlösung die möglicherweise an den Linsen haftenden Reinigungs-,Proteinentfernungs- und Desinfektionsmittel abgespült
werden. Dadurch bleiben die Linsen lange verträglich; das Auge
bleibt länger feucht. Besteht schon eine mäßige Trockenheit der
Augen, so können unkonservierte Benetzungstropfen das Tragen
und, wenn nötig, das Herausnehmen der Kontaktlinsen erleichtern.
Weitere wichtige Hinweise zur Hygiene:
• Gründliches Händewaschen, vor jedem Berühren der Kontaktlinsen.
• Vor der ersten Anwendung eines Hygienesystems genau die
Gebrauchsanweisung lesen, um Pflegefehler zu vermeiden.
• Nur Aufbewahrungslösungen verwenden, die für den getragene
Linsentyp geeignet sind.
• Generell niemals für formstabile Kontaktlinsen entwickelte
Hygienesysteme bei weichen Kontaktlinsen eingesetzen und
umgekehrt. Nicht verschiedene Hygienesysteme mischen, chemische
Interaktionen können Komplikationen auslösen.
• Zum Abspülen der Linsen vor dem Einsetzen sterile, unkonservierte
Kochsalzlösung verwenden.
• Genauso wichtig wie die Hygiene der Kontaktlinsen ist die Hygiene
Ihres Kontaktlinsenbehälters: Dazu gehört die Behälterdesinfektion
und regelmäßiger Behälteraustausch alle drei bis sechs Monate.
• Wenden Sie sich sofort an einen Augenarzt, wenn Unverträglichkeiten
mit den Kontaktlinsen oder dem dazugehörenden
Hygienesystem auftreten.

Abb. 3: Abspülen der Kontaktlinsen mit einer am
Auge unkonservierten Kochsalzlösung empfohlen

Abb. 4: Proteinablagerungen
Augentropfen
Während des Tragens von Kontaktlinsen dürfen nur von einem
Augenarzt empfohlene und möglichst konservierungsmittelfreie
Augentropfen zur Nachbenetzung verwendet werden. Bei flexiblen
Kontaktlinsen ist dies besonders wichtig, da sich Konservierungsmittel
in die Linse einlagern können.
Autofahren
Optisch ist die Linse der Brille ebenbürtig.
Zwei Nachteile bestehen jedoch:
Kontaktlinsen in jedem Alter
Wenn die notwendigen anatomischen Voraussetzungen gegeben
sind, können Kontaktlinsen in jedem Alter getragen werden, auch
von Säuglingen und Kleinkindern, wenn sie aus therapeutischen
Gründen erforderlich sind. Natürlich muss jederzeit eine einwandfreie
Hygiene und Handhabung der Linsen durch den Träger oder
durch betreuende Personen garantiert sein.
Kontaktlinsen und Beruf
Kontaktlinsen sollten in staubiger Umgebung nicht getragen
werden. Es besteht die Gefahr, dass sich Fremdkörper auf der
Linse ablagern oder zwischen Linse und Hornhaut geraten. Dadurch
können starkes Fremdkörpergefühl und Augenentzündungen
entstehen. Das gilt auch für den Umgang mit Chemikalien.
Für Bäcker, Gipser, Schreiner etc. sind Kontaktlinsen bei der
Ausübung des Berufes daher nur eingeschränkt geeignet.
Kontaktlinsen und Umwelt
Ungünstige Tragebedingungen bestehen in Räumen mit trockener
Luft (Gaststätten, klimatisierte Räume, Wohn- und Büroräume
während der Heizperiode, Flugzeug, Auto), weil dann der Tränenfilm
beeinträchtigt wird. In diesen Fällen hilft häufig das rechtzeitige
Nachbenetzen der Kontaktlinsen.
Kosmetika
Die Linsen sollten vor dem Auftragen von Kosmetika und Augen-
Make-up aufgesetzt werden. Kosmetika (z.B. Kajalstift) sollten
wasserfest sein und generell nicht auf die Lidkanten aufgetragen
werden. Besser und vom optischen Effekt vergleichbar ist der
Lidstrich außerhalb der Lidkante.

Abb. 5: Nachbenetzung
Medikamente
Viele Medikamente können den Tränenfilm des Auges verändern.
Solche Wirkungen werden z.B. der “Pille” oder Betablockern zugeschrieben.
Bei Problemen ist der Augenarzt der richtige Ansprechpartner.
Reisen
In Flugzeugen sind Sauerstoffgehalt und Feuchtigkeit der Luft
herabgesetzt. Es ist sinnvoll, die Kontaktlinsen entweder häufiger
nachzubenetzen oder die Kontaktlinsen vom Auge zu entfernen.
In anderen Ländern sind Kontaktlinsenlösungen oft nicht in gleichem
Maße verfügbar. Die Mitnahme eines entsprechenden Vorrats
oder die Verwendung von Tageslinsen empfiehlt sich.
Sauna – Solarium
Die Kontaktlinse kann – im Gegensatz zur Brille – am Auge belassen
werden.
Schlafen
Nur Linsen mit sehr hoher Sauerstoffdurchlässigkeit, also Linsen,
die zum verlängerten Tragen (vT) geeignet und zugelassen sind,
dürfen nach Absprache und unter Kontrolle des Augenarztes am
Auge bleiben.
Schwangerschaft
Die Kontaktlinsen können in der Regel wie bisher weiter getragen
werden. Ebenso können die dazugehörigen Kontaktlinsenlösungen
weiter verwendet werden. Wegen der Umstellung des
Hormonhaushaltes sind Unverträglichkeitsreaktionen vor allem
durch eine Veränderung der Menge oder Zusammensetzung Ihrer
Tränenflüssigkeit möglich.
Sport
Gerade im Sport sind Kontaktlinsen im Vergleich zur Brille meist
vorteilhaft. Es muss aber besonders bei Ausdauer-Sportarten
darauf geachtet werden, dass die Linsen eine hohe
Sauerstoffdurchlässigkeit
und eine gute Passform und Beweglichkeit haben.
Dabei erweisen sich formstabile hochsauerstoffdurchlässige
Linsen den flexiblen Linsen als überlegen.
Flexible Linsen wiederum sind zum Tauchen oder Schwimmen
gut geeignet, wobei beim Schwimmen aus hygienischen Gründen
zusätzlich eine Schwimmbrille getragen werden sollte. Ebenfalls
sind sie für Kontaktsportarten (Kampfsport) den formstabilen Linsen
vorzuziehen.
Der Energieverbrauch der Hornhaut ist beim Sport hoch. Egal ob
Ballsportarten, Leichtathletik oder Schwimmsport – Kontaktlinsen
haften am Auge wie eine zweite Haut ohne Sichtbehinderung
durch die Brillenfassung. Aufgrund der veränderten physiologischen
Vorgänge kann es zu verstärkten Ablagerungen
kommen. Dementsprechend ist häufigere Proteinentfernung notwendig.
Farbige Kontaktlinsen
Das sind Linsen, mit denen man die Augenfarbe intensivieren
oder sogar verändern kann. Wegen dieses Effekts erfreuen sie
sich wachsender Beliebtheit. Allerdings sind sie nicht für jedes
Auge geeignet, z.B. dann nicht, wenn zur Korrektur hochgradiger
Fehlsichtigkeiten Speziallinsen erforderlich sind. Beim nächtlichen
Autofahren sollten sie generell nicht getragen werden, weil
sich der ungefärbte Pupillen-Bereich der Linsen nicht – wie die
Pupille – den schlechteren Sichtverhältnissen bei Dunkelheit
anpassen kann.
Seit dem Gesundheitsmodernisierungsgesetz von 2004 zahlen
die gesetzlichen Krankenversicherungen nur noch selten und unter
bestimmten Voraussetzungen einen Festbetrag zu Sehhilfen.
Einzelheiten erklärt Ihnen der Augenarzt. Die Pflegemittel muss
der Versicherte in jedem Fall selbst bezahlen.
Viele Faktoren spielen bei einer optimalen Kontaktlinsenanpassung
eine Rolle. Kontaktlinsen sind heute fast immer eine angenehme
und verlässliche Sehhilfe, ihre Verträglichkeit ist bei individueller
Anpassung in aller Regel gut.
Der Augenarzt kann verantwortungsbewusst und objektiv beraten,
welche der heute zur Verfügung stehenden Kontaktlinsen-Typen
sich im Einzelfall am besten eignen. Er ist ein guter Partner bei allen
Kontaktlinsenfragen.
Dies ist eine Information des
Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Ressort Kontaktlinsen
(Leitung:Dr. Gerald Böhme), und der
Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG).
Ausgabe 2007
Herausgeber:

Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA)
Postfach 30 01 55,
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www.augeninfo.de

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